Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Brandau

Die Anfänge

Bereits 1830 kaufen sich die Brandauer ihre erste Feuerspritze in Darmstadt und es gab einen Spritzenführer, einen Spritzenmeister und die dazugehörige Spritzenmannschaft. Der Sieg über Frankreich 1871 und die Gründung des Kaiserreichs ließ ein neues Nationalbewusstsein erstarken, das in der Gründung von Kriegervereinen seinen Ausdruck fand. Aus diesen Vereinen entstanden Sportvereine, Schützenvereine, Gesangvereine und eben freiwillige Feuerwehren. Auch der Brandauer Kriegerverein engagierte sich für den Brandschutz und so kam es 1882 zur Gründung der freiwilligen Feuerwehr, der allerdings zunächst noch eine Pflichtfeuerwehr bei- und untergeordnet werden musste.

Vom Spritzenhaus zur Feuerspritze

1874 hatten die Brandauer ihr erstes Spritzenhaus gebaut und eine vierrädrige Feuerspritze für Pferdebespannung in Groß-Bieberau gekauft. Im Haushalt der Gemeinde Brandau wurde 1881/1882 für die Errichtung einer Freiwilligen Feuerwehr 100 DM eingeplant und das Spritzenhaus renoviert. 1890 kaufte man wieder eine neue Spritze bei der Firma Hartmann in Groß-Bieberau, die bis zum Jahre 1938 im Einsatz war. Die Qualität dieses Gerätes zeigt sich in der Tatsache, dass die Spritze im Jubiläumsjahr 2007, nach einer gründlichen restaurierung durch unsere Ehren- und Altersabteilung, immer noch voll einsatzfähig ist (siehe auch Restauration der alten Spritze).

Ordnung muss sein

„Ordnung ist das halbe Leben“ – so hat man bereits 1890 eine hessische Landesfeuerlöschordnung geschaffen und damit ganz genau reglementiert wie die Mannschaft aufzustellen ist, wie die Ablösung erfolgt und wie ein Einsatz geregelt wird. Bereits damals wurde eine Gebührenordnung für auswärtige Einsätze festgelegt und 1898 wurden Prämien von 5 DM vergeben und zwar an diejenigen zwei Gespannführer, welche zuerst bei der Spritze waren. 1904 wurde in Brandau das erste Wasserwerk gebaut und die ersten Hydranten gesetzt. Es wurde ein Hydrantenwagen zur Verbesserung der Einsatzmöglichkeiten der Wehr angeschafft. Dieser ist heute im Deutschen Feuerwehrmuseum in Fulda untergebracht.

Der ehemalige Kriegerverein wrid zur Feuerwehr

1937 wurde der Motorspritzenverband Oberes Modautal gegründet und zur Ausstattung der Wehr in Brandau eine TS 8 von Magirus mit Anhänger und ausreichendem Schlauchmaterial gekauft. 1938 kam noch ein Horch-Mannschaftswagen als Zugfahrzeug hinzu. Neuanfang 1945 durch Georg Reimund, er gab später das Kommandantenamt weiter an Friedrich Schellhaas. Eine Pflichtfeuerwehr stellte damals mit den wenigen freiwilligen den Brandschutz in Brandau und in den Nachbargemeinden sicher.

Das Unmögliche wurde möglich gemacht

1947 übernahm wieder Georg Speckhardt die Wehr als Feuerwehrhauptmann, der jedoch 1950 resignierte und das Amt an Georg Guyot weitergab. 1952 wurde der Brandauer Spielmannszug gegründet und man war aktiv bei der Sache. Im Jahre 1953 konnte man endlich die Pflichtfeuerwehr wieder in eine freiwillige Feuerwehr umstrukturieren. 1955 wurde eine neue TS 8 mit VW-Motor und ein Jahr später einen entsprechenden neuen Anhänger angeschafft. 1957 ist das 75-jährige Bestehen im Saal von Adam Speckhardt gefeiert worden. 1960 wurde der Spielmannszug mangels Beteiligung aufgelöst.

Gemeinsam stark

1961 Übernahm Wilhelm Speckhardt das Amt des Ortsbrandmeisters und des Vereinsvorsitzenden. Im Jahre 1962 wurde das 80-jährige Jubiläum gefeiert und der neue Geräteraum in der gemeindeeigenen Omnibushalle seiner Bestimmung übergeben, das alte Spritzenhaus wurde abgerissen. 1964 wurde ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 Magirus erworben – hier brachte der Verein sehr viel Eigenmittel ein, um mit der Gemeinde Brandau diese Anschaffung für den örtlichen und überörtlichen Brandschutz zu tätigen. 1967 konnte man das 85-jährige Jubiläum im Bürgerhaus feiern.

Meilenstein - Jugendfeuerwehr

Die Gründung der Brandauer Jugendfeuerwehr am 30. Mai 1969, durch Ortsbrandmeister Wilhelm Speckhardt sen. und seinem Stellvertreter Friedrich Hartmann sen., war ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Brandau, denn die Begeisterung und die Ausbildung des Nachwuchses bilden das Fundament einer funktionierenden Einsatzmannschaft in der Zukunft. 13 Jugendliche traten damals dieser Gruppe bei, deren Leitung unser heutiger Vereinsvorsitzender Peter Flügel übernahm.

Neues Gerätehaus durch Eigenleistung

1970 wurde ein Jugend-Spielmannszug des Löschbezirks 3 (die heutigen Modautaler Wehren) gegründet. Im Juni desselben Jahres wurde mit dem obligatorischen Spatenstich der Bau des neuen Gerätehauses begonnen, welches am 04.12.1971 als Rohbau fertiggestellt wurde. Zum 90-jährigen Jubiläum am 15. Juli  1972 konnte dann die Einweihung des neuen Hauses gefeiert werden, das eine große Gemeinschaftsleistung der Wehrleute darstellt. Viele tausend freiwillige Stunden unentgeltlicher Arbeit wurden bis heute in dieses Gebäude inverstiert, auf das die Freiwillige Feuerwehr Brandau mit Recht stolz sein kann.

Erweiterung des Fuhrparks

1977 übernahm Georg Erich Helfrich das Amt des Brandauer Wehrführers und baute mit seiner Mannschaft einen gebraucht gekauften Mercedes Kleinbus zu einem Feuerwehrfahrzeug um, das am 5. Juni 1977 beim 95-jährigen Jubiläum übergeben werden konnte. Die neue Fahne mit dem Ortswappen, das mandem Brandauer Haingerichtsiegel nachempfunden hatte, konnte bei diesem Fest geweiht werden

Erneuter Spatenstich

1979 wurde das 10-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr gefeiert und bei dieser Gelegenheit das, von den Brandauern gewünschte Löschfahrzeug TLF 16 Magirus, beim Kreisjugendfeuerwehrtag übergeben. Beim 100-jährigen Jubiläum plante unsere Wehr, das Gerätehaus zu erweitern. Die Planungen wurden in der Folgezeit konkretisiert und der Spatenstich wurde beim damaligen Hanjer-Fest vorgenommen. 1986 wurde der Mannschaftsbus zum Einsatzleitfahrzeug umgebaut und zugelassen. Im gleichen Jahr wurde als Ersatz für den alten Magirus Faun, aus dem Jahr 1964, dieser gegen ein gebrauchtes LF 8, ein IVECO-Magirus eingetauscht.

Ein Teil vom Ganzen

Bei diesem Anlass übergab der Verein eine neue Tragkraftspritze und weitere Geräte zur Bestückung des Fahrzeuges. 1988 wurde das Richtfest für den Gerätehausanbau gefeiert und der erste Vorsitzende startete mit einem Heißluftballon, um das neue Bauwerk auch einmal von oben begutachten zu können. Im Jubiläumsjahr 1992 beim 110-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Brandau wurde das Feuerwehrgerätehaus als Ganzes der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch hier wurde die Erweiterung und Renovierung des Feuerwehrhauses nur durch den Einsatz der gesamten aktiven Wehr möglich und man konnte stolz sein, auf das Geschaffene. Ein tolles Feuerwehrhaus, eine gute Ausrüstung und eine sehr gut ausgebildete Wehr – auch heute noch.

Ein Grund zu feiern

In der folgenden Zeit verlief es etwas ruhiger und man pflegte die Kameradschaft z. B. durch Wandertage oder Veriensausflüge. 1994 wurde das 25-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr groß gefeiert und die Gründer und die Initiatoren ausgezeichnet und geehrt. Die Veranstaltung war eine gelungene Sache und Wilhelm Speckhardt wurde damals mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Im Jahr 2000 folgte dann die Teilnahme am ersten Megazeltlager (mehr dazu in der Jugendfeuerwehr Chronik ).

Brandau wird Lehrgangsstandort auf Kreisebene

Zurück ins Jahr 1996, hier wurde Peter Roth jr. in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Einsatzabteilung zum Wehrführer gewählt, da der scheidende Wehrführer, Peter Flügel, sein Amt aus beruflichen und zeitlichen Gründen, nach über 20 Jahren abgeben musste. Bereits 1997 musste Peter Roth jr. das Amt an Michael Bormuth abgeben, da er zum Ortsbrandmeister der Gemeinde Modautal gewählt wurde. In den folgenden Jahren waren weniger Brandeinsätze, umso mehr technische Hilfeeinsätze notwendig und forderten von den Aktiven immer mehr Ausbildung. So wurden in 1999 durch den Kreisfeuerwehrverband diese Aktivitäten unterstützt und in Brandau ein Grundlehrgang für die Wehren aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg abgehalten. Dieser Lehrgang wird im zweijährigen Turnus abgehalten und vom Kreis wird der Lehrgangsort Modautal-Brandau ausgebaut und unterstützt.

Ausflüge und Veranstaltungen

2003 feierte man dann bei uns in Brandau den 150. Grundlehrgang der im Landkreis Darmstadt-Dieburg abgehalten wurde. In den folgenden Jahren konzentrierte man sich auf die Kameradschaftspflege und führte diverse Ausflüge durch. Anfang/Mitte der 2000er hat man die Veranstaltungen „Rock im Frühjahr“ und „Rock im Herbst“ ins Leben gerufen und jahrelang erfolgreich durchgeführt. Der Höhepunkt der Veranstaltungen lag im Jubiläumsjahr 2007, als man 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Brandau feierte. Als Liveacts spielten unter anderem die Rockband „One“ und die Schlagerband „Die Klostertaler“. Mehr dazu unter unserem 125 Jähriges Jubiläum

Die Feuerwehr Brandau bleibt am Ball

Am 15. Januar 2010 wurde ein weiterer Meilenstein in der Brandauer Feuerwehrgeschichte gesetzt und zwar die Gründung der Kindergruppe „Löschdrachen“. Im Sommer 2012 folgte das 130-jährige Jubiläum, welches in kleinerem Rahmen gefeiert wurde. Im September desselben Jahres wurde der neue ELW 1 an die Feuerwehr Modautal übergeben. Ende Januar 2015 nimmt man an der TIBRO-Studie bei der BF Frankfurt am Main teil und unterstützt so bei der Analyse des Szenarios „Menschenrettung bei Wohnungsbränden“. Inzwischen führt die Feuerwehr Brandau jährlich zwei Tagesübungen durch, um eine zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildung zu gewährleisten. Im Jahr 2019 wird der Vorplatz des Feuerwehrhauses erneuert und die Jugendfeuerwehr feiert ihr 50-jähriges Bestehen.

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